Kamille trocknen – Eine kleine Blume mit großer Wirkung

Wenn ich nur eine einzige Heilpflanze auswählen dürfte, die in meinem Vorratsschrank niemals fehlen darf, dann wäre es ganz klar die Kamille.

Sie wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Doch ihre kleinen weiß-gelben Blüten haben es wirklich in sich.

Schon unsere Großeltern wussten die beruhigende und vielseitige Wirkung der Kamille zu schätzen. Ob als Tee, Dampfbad oder für Umschläge – getrocknete Kamillenblüten gehören bis heute zu den beliebtesten Heilkräutern.

Und das Beste daran?

Sie lässt sich ganz einfach selbst trocknen.


Kamille richtig ernten

Für das beste Aroma solltest du Kamille an einem sonnigen, trockenen Tag ernten.

Ideal ist der späte Vormittag.

Dann ist der Morgentau bereits verschwunden und die Blüten enthalten besonders viele ätherische Öle.

Pflücke möglichst nur vollständig geöffnete Blüten.

Beschädigte oder braune Blüten sortierst du am besten sofort aus.


Kamille im Dörrautomaten trocknen

Kamille in unserem Dörrautomat

Der Dörrautomat eignet sich hervorragend.

Stelle eine Temperatur von 35 bis 40 Grad Celsius ein.

Verteile die Blüten locker auf den Dörrgittern.

Sie sollten sich möglichst nicht überlappen.

Je nach Blütengröße dauert das Trocknen etwa 5 bis 8 Stunden.

Die Kamille ist fertig, wenn sich die Blüten leicht zwischen den Fingern zerreiben lassen.


Kamille wie früher trocknen

Unsere Großeltern hatten natürlich keinen Dörrautomaten.

Sie legten die Blüten auf Leinentücher oder Holzrahmen und trockneten sie an einem luftigen, schattigen Ort.

Direkte Sonne wurde vermieden.

Warum?

Weil UV-Licht viele wertvolle Inhaltsstoffe zerstören kann.

Diese Methode funktioniert übrigens auch heute noch hervorragend.

Sie benötigt lediglich etwas mehr Geduld.


So verwendest du getrocknete Kamille

Hier zeigt sich erst, wie vielseitig diese kleine Pflanze ist.

Beruhigender Tee

Der Klassiker.

Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit heißem Wasser übergießen.

Etwa zehn Minuten ziehen lassen.

Gerade an kalten Winterabenden gibt es kaum etwas Wohltuenderes.


Dampfbad

Ein Dampfbad mit Kamille kann besonders angenehm sein.

Der warme Dampf trägt die ätherischen Öle sanft mit sich.


Sitzbad

Auch hierfür wird Kamille seit Generationen verwendet.

Viele schätzen ihre beruhigenden Eigenschaften.


Umschläge

Ein abgekühlter Kamillentee eignet sich hervorragend zum Tränken kleiner Tücher oder Kompressen.


Badezusatz

Einige Hände voll getrocknete Kamille verleihen einem warmen Bad einen herrlich natürlichen Duft.


Selbstgemachte Kräutermischungen

Eigene Teemischungen

Kamille harmoniert wunderbar mit:

  • Pfefferminze
  • Zitronenmelisse
  • Lavendel
  • Salbei
  • Fenchel

So entstehen ganz individuelle Teemischungen.


Wofür kann man gedörrte Lebensmittel verwenden?

Viele denken beim Dörren zuerst an Apfelringe.

Dabei steckt viel mehr dahinter.

Gesunde Snacks

Gedörrtes Obst ist die perfekte Alternative zu industriellen Süßigkeiten.

Ganz ohne künstliche Farb- oder Konservierungsstoffe.


Müsli und Porridge

Getrocknete Erdbeeren, Äpfel oder Heidelbeeren bringen das Frühstück auf ein neues Level.


Smoothies

Viele getrocknete Früchte lassen sich kurz einweichen und anschließend wunderbar mixen.


Suppen und Eintöpfe

Gedörrte Karotten, Sellerie oder Lauch quellen beim Kochen wieder auf.

Perfekt für schnelle Gerichte.


Gewürzmischungen

Getrocknete Tomaten, Kräuter oder Pilze lassen sich fein mahlen und zu aromatischen Gewürzen verarbeiten.


Gemüsepulver

Ein echter Geheimtipp.

Selbst gemachtes Gemüsepulver eignet sich ideal zum Würzen von Suppen, Saucen oder Aufstrichen.


Camping und Wandern

Gedörrte Lebensmittel sind leicht, platzsparend und lange haltbar.

Ideal für unterwegs.


Notvorrat

Ich bin überzeugt:

Ein gut gefüllter Vorratsschrank schenkt ein beruhigendes Gefühl.

Gedörrte Lebensmittel gehören deshalb für mich in jeden Notvorrat.


Selbstversorgung

Wer Obst, Gemüse oder Kräuter selbst anbaut, kann durch das Dörren seine Ernte das ganze Jahr über genießen.

Ein wunderbares Gefühl.


Lebensmittel richtig lagern

Jetzt hast du dir so viel Mühe gegeben.

Da wäre es doch schade, wenn Feuchtigkeit alles wieder zunichtemacht.

Achte deshalb auf die richtige Lagerung.

Ideal sind:

  • luftdichte Schraubgläser
  • Bügelgläser
  • Vakuumbeutel
  • dunkle Vorratsschränke
  • kühle Räume

Direkte Sonneneinstrahlung solltest du vermeiden.

Ebenso hohe Luftfeuchtigkeit.

Mein Tipp:

Beschrifte jedes Glas mit Inhalt und Dörrdatum.

Das spart später viel Rätselraten.


Wie lange sind gedörrte Lebensmittel haltbar?

Die Haltbarkeit hängt vor allem davon ab,

  • wie trocken die Lebensmittel sind,
  • wie sie gelagert werden
  • und wie hoch ihr Fettgehalt ist.

Viele Obst- und Gemüsesorten halten problemlos 6 bis 12 Monate.

Kräuter behalten ihr volles Aroma meist etwa ein Jahr.

Bei optimaler Lagerung sind manche Lebensmittel sogar deutlich länger haltbar.

Kontrolliere deine Vorräte dennoch regelmäßig auf Feuchtigkeit oder Schimmel.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich ohne Dörrautomat dörren?

Ja.

Backofen, Dachboden, Kachelofen oder ein luftiger Dachraum eignen sich ebenfalls.

Ein Dörrautomat liefert jedoch die gleichmäßigsten Ergebnisse.


Muss ich Obst schälen?

Nein.

Bei Äpfeln oder Birnen bleibt die Schale häufig sogar dran.

Sie enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe.


Kann ich verschiedene Lebensmittel gleichzeitig trocknen?

Ja.

Achte jedoch darauf, dass stark riechende Lebensmittel wie Zwiebeln oder Knoblauch ihr Aroma auf andere Lebensmittel übertragen können.

Kräuter trockne ich deshalb grundsätzlich separat.


Warum werden manche Früchte braun?

Das ist eine natürliche Reaktion mit Sauerstoff.

Ein kurzes Bad in Zitronenwasser verhindert dies meist zuverlässig.


Woran erkenne ich Schimmel?

Riecht ein Lebensmittel unangenehm, fühlt sich feucht an oder zeigt sichtbaren Schimmel, solltest du es entsorgen.

Hier lohnt sich kein Risiko.


Ein Herz für die Kamille

Mein Fazit

Ich muss zugeben:

Früher dachte ich, Dörren wäre unglaublich kompliziert.

Heute frage ich mich eher:

Warum habe ich nicht schon viel früher damit begonnen?

Denn kaum eine Methode ist so einfach, nachhaltig und vielseitig.

Du brauchst weder einen großen Gefrierschrank noch Unmengen an Einmachgläsern.

Mit etwas Geduld kannst du Obst, Gemüse, Kräuter und sogar Pilze über viele Monate haltbar machen.

Gerade für Selbstversorger ist das Dörren eine wunderbare Möglichkeit, die eigene Ernte optimal zu nutzen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Vielleicht beginnst du einfach mit ein paar Apfelringen oder einer Handvoll Kamillenblüten.

Ich verspreche dir:

Sobald dein erstes Glas mit selbst gedörrten Lebensmitteln im Vorratsschrank steht, wirst du verstehen, warum ich von dieser alten Methode so begeistert bin.

Denn manchmal sind es gerade die einfachen Dinge, die unser Leben ein kleines Stück unabhängiger machen.

Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Ausprobieren und gutes Gelingen!

 

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